1996

Gründung der Unternehmensberatung Michael Schmid in Merdingen am Kaiserstuhl mit dem ersten Auftrag als Interimmanager. Die Aufgabe war, ein zentrales "Intranet" für den weltgrößten Textilzulieferer zu schaffen. Weitere Kunden wie die SER Systeme in der Beratung des CEO und die Firma Suhr Produktsysteme, Einführung CRM, kamen hinzu.

Nach genau einem Jahr war das Projekt erfolgreich abgeschlossen und die Firma COATS in allen zentraleuropäischen Standorten mit Lotus Notes versorgt, alle Mitarbeiter gut geschult und in der Lage, ihre begeisternden Kenntnisse und Anwendungen weiterzutragen.

Ein wichtiger Schwerpunkt in der künftigen Arbeit war die Gestaltung von Vorgängen im Rahmen von Workflows. Manche der als Showcases erzeugten Anwendungen, wie etwa die Produktentwicklung, wurde so gut unterstützt, dass erhebliche Teile davon noch im Jahre 2004 genutzt wurden.

Es ging dabei nicht nur um eine technische Plattform sondern um die Assimilation moderner Technik gegenüber den vorigen Verfahrensweisen. So war es zunächst mühevoll zu zeigen, wieviele einzelne Genehmigungsprozesse weggefallen sind, weil die technischen Workflows langwierige Einzelentscheidungen unnötig machten. Die "elektrischen" Plausibilitätsprüfungen waren weit entwickelt, Einzelentscheidungen vielfach dadurch ersetzt.

Es gab natürlich auch sehr große technische Hürden. Die IT-Landschaft war sehr heterogen. Da gab es Novell Netze der Version 3.11 und welche der Version 4.0. Beide Netze nutzten andere Protokollstacks, die nicht harmonierten. Hinzu kam die Entwicklung eines NT 4.0 Netzwerkes, das aus marketingtechnischen Gründen der Hersteller bestimmte Gateways benötigten, die es so nicht zu erwerben gab.

Die Mitarbeiter waren anfänglich ohne E-Mail, sie hatten noch keine PC mit moderner Software zur Tabellenverwaltung und zur Texterstellung.

Ich hatte in mehreren Workshops dem Board des Hauses COATS MEZ die Alternativen Micrisift Exchange (damals Version 1.0) und Lotus Notes (damals Version 4.5) vorgeschlagen und beide Systeme nebeneinander präsentiert. Den Zuschlag bekam Lotus Notes.

Die Strategie, alle Mitarbeiter aus den Chef-Sekretariat genauso wie die Sachbearbeiter aus den jeweiligen Unternehmensteilen einzubeziehen und auch nicht deren Chefs auszuklammern, erwies sich als entscheidend. Sogar der General Manager war mit Laptop und ISDN-Modem ausgestattet und hatte damit Zugriff zu den für ihn wichtigen Daten.

Die Verbindung der Standorte in Zentraleuropa wurde durch das System Lotus Notes (später Domino) hervorragend unterstützt und die Replikationen der Daten der Server über Modems liefen exzellent.

Technisch vertikal, organisatorisch horizontal wurden in den folgenden Jahren alle Unternehmen der COATS Gruppe unter einen "Hut" gebracht.

1996-1997 folgte als weitere Aufgabe im Interim Management neben der Assistenz des CEO des damals zweitgrößten europäischen Softwarehauses in Archivierung und Dokumentenmanagement die temporäre Übernahme der Abteilung Services in der die Projekte zur Lieferung und Anpassung von Archivsystemen für Kunden zusammengefasst war.

Nach Analyse habe ich festgestellt, die Veränderung der Vergütung der Vertriebler nach Verkaufsabschluß auf den Abschluß der Projekte zu legen, was nach mehreren Verhandlungen auf Einsicht und Unterstützung stieß. Damit war ein großer Projekt-Backlog zur drastischen Schrumpfung veranlasst ohne dass diese Maßnahme die Einkünfte der Vertriebsmannschaft veränderte.

In 1997 schloß sich als weiterer Auftrag die Überführung des Rechnungswesens von der UNIX-basierten Finanzsoftware in eine allgemeine CRM Lösung (Navision-Finanzials) auf Windowsbasis an, bei der die Lieferanten technisch gesteuert wurden um so die Kostengunst des Projektes zu erhalten und die Ergebnisse zu sichern. Der Kunde, die Firma Suhr Produktsysteme am Kaiserstuhl vertrieb tiefgefrorene Backwaren über dieses CRM System, das gleichzeitig an die Kommissionierung und Versandabläufe angeschlossen war.

Der Übergang aus UNIX mit wenigen textbasierten Terminals auf Windowssysteme und Netzwerke stellte für alle Beteiligten eine große technische Herausforderung dar, weil die Personaldecke IT technisch sehr dünn war und der Übergang von UNIX-Drucksysteme auf Windowstechniken deutliche Herausforderungen für die Druckgeschwindigkeit des Rechnungsläufe ergaben. Doch konnten alle Fragen beantwortet werden und die Systeme zur vollen Zufriedenheit laufen.